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Pressemitteilung:

 
Biathletin ANDREA HENKEL – ein Kurzportrait
Am Ende der Saison 2007/08 wird wieder einmal Bilanz gezogen, es werden Siege und Niederlagen bewertet und die vermeintlichen Highlights in Erinnerung gerufen. Es werden Interviews wiederholt und Gesichtszüge in Nahaufnahme präsentiert, die Freude oder Schmerz zu Ausdruck bringen. Trotzdem bleibt all das ein Rückblick. Es ist kein Einblick. Den Menschen hinter dem Athleten können die TV-Kameras nicht zeigen, und selbst die Experten, die aus den Biathlon-Stadien der Welt das Geschehen kommentieren, tun sich schwer, hinter die Fassade von Siegern und Geschlagenen zu blicken. Andrea Henkel macht es ihnen besonders schwer.
Fürstenfeldbruck / Oberhof, 11. März 2008 - Ihre Augen und Mundwinkel sagen mehr als ihre Worte, vor allem dann, wenn Kameras auf sie gerichtet und Mikrofone offen sind. Wer ihre Gesten zu deuten weiß, dem sagen sie sogar sehr viel und weit mehr, als das in Statements von Sportlern üblicherweise zum Ausdruck kommt. Man braucht Gespür für diese Andrea Henkel, denn auch sie selbst ist ein Mensch mit Gespür für das wirklich Wichtige.
Andrea Henkel ist 30 und seit 10 Jahren Spitzensportlerin. Als solche steht sie in der Öffentlichkeit, manchmal sogar im Rampenlicht und ist dementsprechend erfahren und routiniert. Trotzdem ist der Platz vor der Kamera für sie keine Showbühne, auf der sie eine Rolle spielt und eines der üblichen Sportlerklischees bedient, die von den Medien gerne aufgenommen, verstärkt und zum Konsum freigegeben werden. Andrea Henkel ist weder die Strahlefrau, die – ob Sieg oder Platz – gleichbleibende Fröhlichkeit präsentiert und mit publikumswirksamen Statements unterlegt, noch ist sie der Eisblock, den die Fragen des Reporters ebenso wenig interessieren wie die eigenen Antworten. Das spitzbübische Zucken ihrer Mundwinkel wird manchmal zum Lächeln und oft sogar zum Lachen – je nach Resultat und Stimmungslage. Und die dunklen Augen können Freude und Enttäuschung zum Ausdruck bringen oder alle Gefühle dazwischen. Wenn sie mit Worten manchmal etwas sparsam umgeht, dann deshalb, weil ihr Schwafeln zuwider ist. Andrea Henkel will Andrea Henkel sein, sich treu bleiben. Da ist sie konsequent.
Gerne und freundlich gibt sie Auskunft, kein Wort zu viel. Das wirkt manchmal recht kurz, ist aber ein Ausdruck von Respekt gegenüber dem Publikum, dem sie nichts vorspielen will. Andrea Henkel ist authentisch. Seit Jahren ist sie eine tragende Säule der erfolgreichen deutschen Biathlon-Mannschaft, in der regelmäßig Siegertypen produziert werden. Zwei Goldmedaillen bei olympischen Winterspielen und drei bei Weltmeisterschaften standen bereits vor Saisonbeginn auf der Liste ihrer Erfolge. Aus Östersund brachte sie kürzlich drei weitere WM-Goldmedaillen mit und jetzt steht sie kurz davor, den Gesamtweltcup zum zweiten Mal in Folge zu gewinnen. Die stolze Bilanz einer großen Sportlerin.
Als Dreißigjährige ist Andrea Henkel raus aus dem Mädchenalter. Obwohl prominent, braucht sie nicht den Boulevard. Obwohl gerne schick angezogen, braucht sie nicht den Laufsteg. Sie genießt die Anerkennung ihrer Leistung und steht auch gerne im Mittelpunkt, wenn sie sich diesen Platz verdient hat. Aber sie spielt sich nicht selbst in den Vordergrund und lässt sich auch nicht ins Rampenlicht schieben. Andrea Henkel ist nicht fremdbestimmt, sie entscheidet selbst. Obwohl sie sich auf noch möglichst viele Jahre als Athletin freut und bereit ist, während dieser Zeit auf Vieles zu verzichten, macht sie sich doch intensiv Gedanken über die Zeit danach. So wie sie sich als Sportlerin mit größter Intensität auf ihre Wettkämpfe vorbereitet, möchte sie später auch nicht unvorbereitet in ihren nächsten Lebensabschnitt gehen. Von ihrem Management erwartet sie deshalb rege Teilnahme an ihrem Leben als Sportlerin, möchte aber nicht als „Ware Spitzenathletin“ behandelt werden, sondern sich auch als Mensch gut aufgehoben fühlen.
Andrea Henkel ist ein Star, kein Sternchen. Wenn sie in die Kamera winkt, dann weil sie ihre Schwester grüßen will, und nicht, weil das allgemein gut ankommt. Abseits der Kameras wirkt sie sowieso lockerer, plaudert unterhaltsam und intelligent, präsentiert sich mit Charme und ganz eigenem Witz. Unter ihren Team-Kolleginnen gilt sie als zuverlässig und leistungsorientiert. Im Privatleben ist sie ein Familienmensch und harmoniebedürftig. Ihr ausgeprägter Gerechtigkeitssinn ist mitbestimmend für ihr Handeln. Das zeigte sich auch während der letzten Wochen, als Weltcupsiege und Goldmedaillen für sie Grund zu großer Freude waren, gleichzeitig aber anonyme Doping-Unterstellungen zu zeitweiliger Enttäuschung darüber führten, dass sie sich gegen Ungerechtigkeit nicht wehren konnte. In diesen Tagen war die ganze Bandbreite der Gefühle von Andrea Henkel an ihren Augen und Mundwinkeln deutlich abzulesen.
Im Zirkus der großen, erfolgreichen und beliebten Sportstars gebührt Andrea Henkel der Platz der zuverlässigen, ehrlichen Athletin. Sie ist nicht zu still für eine Siegerin, sie ist die Siegerin für diejenigen, die bereit sind, genau hinzusehen und hinzuhören.

Foto: NIESSING
11.03.2008

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