Das war mehr als eine Rehabilitierung für das EM-Desaster, das war große Klasse!
Vor wenigen Wochen war bei den Europameisterschaften in Leipzig der Sturz vom Pferd Paula symbolisch für einen misslungenen Wettkampf. Bei den Weltmeisterschaften in London sah man nun nicht nur auf dem Pferd Valdo eine andere Lena Schöneborn, bei allen Disziplinen zeigte die Olympiasiegerin von Peking, dass sie zur absoluten Weltspitze im Modernen Fünfkampf gehört.
Nach einem etwas holprigen Start beim Fechten (20 Siege, 15 Niederlagen) gelang Lena mit 2:19,57 über 200 Meter eine sehr ordentliche Schwimmzeit. Dann folgte ein starker Auftritt mit einem sehr konzentrierten Ritt und Lena lag nach 3 Disziplinen auf Rang 10. Im finalen Combined (Laufen und Pistolenschießen im Wechsel) startete die 23jährige Studentin eine grandiose Aufholjagd.
Sicher im Schießen und beherzt im Laufen kämpfte sie sich Runde um Runde an den vor ihr liegenden Konkurrentinnen vorbei und kam hinter der Chinesin Chen und der Litauerin Asadauskaite als Dritte ins Ziel.
„Ich bin einfach nur glücklich über Bronze“, so Lenas erster Kommentar.
Verständlich, nachdem die Enttäuschung über die unerfüllt gebliebenen Erwartungen bei den Europameisterschaften im eigenen Land doch tief saß. Aber mit dem für Lena typischen Optimismus hatte sie die EM-Niederlage weggesteckt und sich voll auf die WM konzentriert. Hilfreich dabei, dass die Belastung durch ihr Studium geringer war als während der EM-Vorbereitung, so dass sie mehr Zeit für ihr Training verfügbar hatte, die sie insbesondere in die neue Disziplin Combined investierte. Das zahlte sich aus.
Schon im abschließenden Trainingslager in Polen wuchs Lenas Zuversicht, bei der WM in die Nähe ihrer überragenden Leistungen von Peking 2008 kommen zu können. In London war sie dann tatsächlich in der Lage, an Peking anzuknüpfen. Neben der olympischen Goldmedaille von 2008 und der WM-Silbermedaille von 2007 hängt nun die Bronzemedaille von 2009 im Trophäenschrank in Berlin.
Quasi als Zugabe gab es sogar noch eine unerwartete Golfmedaille für Lena, denn gemeinsam mit ihren Kolleginnen Eva Trautmann (Platz 6) und Janine Kohlmann (Platz 24) belegte Lena in der Teamwertung Platz 1 – Gold für Deutschland!