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Gute Zwischenbilanz für BETTY HAUERT

 16 von 17 Turnieren der LET-Saison 2009 liegen hinter Betty Hauert. Das Saisonfinale findet erst im Dezember in Dubai statt. Es ist also an der Zeit, (Zwischen-)Bilanz zu ziehen. Und diese Bilanz fällt positiv aus – in Zahlen ausgedrückt heißt das:
- in 16 Turnieren 12 Cuts geschafft, darunter 3 Top-3 und weitere 2 Top-10-Resultate
- in der aktuellen Rangliste der PGA of Germany auf Position 2
- in der europäischen Rangliste beste Deutsche und aktuell auf Position 17.

Das alles kann sich sehen lassen. Aber auch das, was nicht in Zahlen ausdrückbar ist, überraschte diejenigen positiv, die Betty Hauert im letzten Jahr vergessen zu haben schienen, als es bei ihr so gar nicht laufen wollte. Betty beeindruckt wieder durch konzentriertes Spiel, zeigt Nervenstärke und Kampfgeist, wenn es gilt, und sie bleibt auch dann ruhig und besonnen, wenn es richtig gut läuft, wie beispielsweise bei den Turnieren in Portugal und Österreich, wo sie jeweils nur hauchdünn den Sieg verpasste.

Mit 18 Birdies und 2 Eagles bei den Tenerife Open, 18 Birdies bei den Open de Espana und 17 Birdies bei den Austrian Open machte Betty ihrem 2007 erworbenen Ruf als „Birdie-Betty“ alle Ehre und zeigte, welches Potenzial in ihr steckt.
Aber nach dem "Katastrophen-Jahr" 2008 ist sie auch um einige Erfahrungen reicher. Zum Beispiel um die, dass im Sport nur Siege für erhöhte Aufmerksamkeit sorgen, dass durchschnittliche Platzierungen – selbst dann, wenn diese auf hohem Wettbewerbsniveau erzielt wurden – wenig Anerkennung finden, und dass für sportliche Krisen kaum jemand Verständnis zeigt.
„Einige, die mich 2007 in den Himmel gehoben haben, kannten mich 2008 plötzlich nicht mehr“, stellte Betty fest. „Wenn Du keine sportlichen Spitzenleistungen bietest, müsstest du auf Nebenkriegsschauplätzen Geschichten liefern, damit über dich geschrieben wird. Ich bin aber nicht bereit, irgendwelche Stories zu erfinden und Banalitäten aufzublasen, nur damit man mehr über mich lesen kann.“

2009 gab und gibt es wieder einiges zu lesen über Betty. Daran sieht man, „Betty is back“. Sie selbst schaut nach vorne, aber nicht zu weit. „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“ heißt auch ihre Devise. Sie freut sich immer auf das nächste Turnier. „Am Saisonende werde ich dann wissen, wo ich stehe. Wenn ich dann zu den Top-20 in Europa gehöre, bin ich zufrieden mit der Saison, weiß aber auch, dass noch Spielraum nach oben ist für 2010.“
Nun legt Betty Hauert erst einmal eine schöpferische Pause ein. Auf mögliche Turnierstarts in Korea und China verzichtet sie. Stattdessen begleitet sie die Gäste ihres Partners TUI Cruises auf einer Golf-Kreuzfahrt durch die Karibik. Das ist auch eine Gelegenheit, neue Energie zu tanken.

In einem Punkt denkt jedoch auch Betty langfristig. Erst im März dieses Jahres hatte sie bei einer Podiumsdiskussion an der Sporthochschule Köln unter dem Motto „Bronze – Silber – Golf“ ein engagiertes Plädoyer zum Thema „Wird Golf olympisch?“ gehalten. Inzwischen ist die Entscheidung gefallen. 2016 ist es soweit, und zwei deutsche Damen werden unser Land bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro vertreten. „Dann bin ich 34 und im besten Golfalter“, stellt Betty fest. Auch so kann man ein Ziel unmissverständlich formulieren.

18.10.2009
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